Andres Bührer zu Gewerbe und Industrie in Bülach

Der Arbeitsort steht für zukünftige Entwicklung. Bülach muss sich mehr bemühen, um dieser Ort zu sein, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, für Stadt und Bevölkerung.

Es vermag kaum zu verwundern, dass sich die Präsenz von Gewerbe und Industrie in Bülach auf eher wenige Betriebe beschränkt. Natürlich ist der Wegfall der schweren Industrie nicht auf städtische Politik zurückzuführen, doch leider wurden danach in Bülach gänzlich falsche Prioritäten gesetzt. Wo kann sich in Bülach heute beispielsweise produzierendes Gewerbe neu ansiedeln? Es ist ja in Ordnung, dass in Bülach auch in früheren Industriearealen neuer Wohnraum entsteht, aber das räumliche Potential für Betriebe hätte dabei auch für produzierende Betriebe erhalten werden müssen.



Für eine gesunde Entwicklung benötigt Bülach sein Gewerbe und seine Industrie.


Ich stehe dafür ein, dies gesamtheitlich zu betrachten und die Balance der Bedürfnisse sowie die Voraussetzungen für die Gewerbetreibenden in Bülach wieder zu verbessern.

2017-10-03

Wirtschaftsstrategie des Bülacher Stadtrates

Am 10. Oktober 2017 durfte ich dem Zürcher Unterländer eine Stellungnahme dazu abgeben, wie ich und die BSB zur neu erarbeiteten Wirtschaftsstrategie des Bülacher Stadtrates stehen. Meine originalen Antworten auf die Fragen:


    Inwieweit haben Sie Kenntnis vom Inhalt der Strategie?

Die seitens des Stadtrates ausgearbeiteten Präsentationen liegen mir seit kurzem vor, eine tiefere Analyse der Ansätze können wir jedoch erst nach weiterführenden Gesprächen darlegen.


   Wie stellt sich Ihre Partei zum Kredit von 1,2 Millionen Franken?

Im Grundsatz begrüsst die BSB die neue Dynamik in diesem Thema, viel zu viel Zeit ist hier schlecht genutzt verstrichen. Wenig euphorisch sehen wir die angedachte Vorgehensweise, bei denen der amtierende Stadtrat einmal mehr auf externe Mandate setzt und damit der Stadt Bülach nur eines garantieren kann: Es kostet massiv.


   Wie ist Ihre Haltung Ihrer Partei zur Strategie?

Wir sehen natürlich die formulierten Ziele positiv, aber dies ist vermutlich wenig überraschend, denn wohl alle politischen Organisationen stehen der Aussicht auf Ansiedlung zusätzlicher Arbeitsplätze und steuernzahlender Firmen positiv gegenüber. Doch in Sachen Förderung des Wirtschaftsstandortes ist unterhalb einer gewissen Schwelle jede Gemeinde auf sich gestellt. Wenn also alle Gemeinden solche Mandate vergeben, so erhält keine Gemeinde neue steuerzahlende Firmen, einzig die Beraterindustrie verdient Geld, und saugt dieses erst noch aus den Steuererträgen der Gemeinden. Auf dieser Basis sind wir mehr als skeptisch. Zudem sind aus den bisher verfügbaren Angaben des Stadtrates keine wirklich relevanten Erfolgsmessungen ableitbar. Wenn wir also ein Steuerprozent zusätzlich für Wirtschaftsförderung ausgeben, was muss dann resultieren? Resultiert ein einzelnes Steuerprozent an Mehreinnahmen, so decken sich zwar die Kosten, aber wie wird nachgewiesen, dass dieses eine Steuerprozent nicht so oder so dazugekommen wäre? Also wie viele zusätzliche Steuerprozent will der Stadtrat anstreben, und ab welchem Wert will er seine Strategie später als Erfolg verbuchen?


Aus unserer Sicht hat der Stadtrat hier schöne Ziele verfasst, schöne Präsentationen erstellt, und Unmengen an Steuergeld verplant, ohne dass er damit wirklich griffige Massnahmen garantiert kann, die wenigstens Aussicht auf einen real positiven Effekt haben. Die BSB sind gespannt auf die weiteren Erläuterungen dazu und hoffen im Sinne der Steuerzahler, dass hier doch noch etwas mehr kommt als der blosse Antrag zur Bezahlung der Rechnung für externen Berater.


Beste Grüsse, Andres Bührer, BSB Gemeinderat Bülach